Kassenkraft packt aus - Dieser Kunden-Spruch ist für sie die „Hölle“ (2024)

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Von: Armin T. Linder

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Einige Kassenkräfte haben anonym über No-Gos im Supermarkt oder Einzelhandel diskutiert. Im Fokus: besonders nervige Kunden-Sprüche.

Kassel – Um einen Einkauf im Supermarkt kommt kaum jemand herum. Früher oder später sind die Vorräte daheim aufgebraucht. Erfahrungen von Kundinnen und Kunden werden zuhauf öffentlich geteilt. Mitunter fallen die Erfahrungsberichte nicht positiv aus. Doch was denken eigentlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Supermarkt-Filialen über ihre Kundschaft?

Ein Reddit-Thread befasste sich mit diesem Thema. Und lieferte interessante Einblicke. Mehrere Hundert Kommentare fanden sich unter einem Diskussionsanstoß auf dem Portal. Der trug den Titel: „Was sind Go/NoGo-Sprüche an der Kasse?“

Kassierer im Supermarkt: Freundlichkeit sollte im Einzelhandel Trumpf sein

Ob es sich bei den anonymen Userinnen und Usern wirklich um Supermarkt-Angestellte handelt oder nicht, lässt sich kaum prüfen. Aufgrund der vielfach detailreichen Kommentare besteht aber auch kein Grund, daran zu zweifeln. In einem Punkt herrschte vielfach Einigkeit: Kunden-Sprüche brauchen sie nicht.

Dafür wäre ein freundlicher Umgangston an der Supermarkt-Kasse vielerorts erwünscht. „Es nervt mich jedes Mal, wenn ein Kunde mit Karte zahlen möchte, aber das nicht einmal sagen kann. Oder wenn man Kunden begrüßt und die einen nicht zurück begrüßen. Respektlos“, klagte ein Nutzer.

Mitarbeiterin glaubt, jeden Spruch schon mal gehört zu haben – und verabscheut einen ganz besonders

Es meldete sich auch eine Frau zu Wort, die laut eigener Auskunft Verkaufsberaterin in einem Elektronikfachmarkt war. Sie redete bzw. schrieb Klartext auf Reddit: „Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ich jeeeeden Spruch schon gehört habe und natürlich ganz nett über jeden lächle“, begann sie. Gab aber dann zu, dass sie „sobald der Kunde weg ist, aber die Augen rolle.“ Auch halblaute Kommentare in Richtung der Kundinnen und Kunden habe sie sich dann nicht immer verkneifen können: „Manchmal rutscht auch ein ironisches ‚Mensch, den hab ich ja noch nie gehört‘ raus.

Ihre Top-Liste der schlimmsten Kunden-Sprüche: „‚Normalerweise gebe ich mein Autogramm nicht umsonst raus.‘ ‚Oh mit dem Kassenbon kann ich ja meine Wand tapezieren‘, ‚Ich wollte doch nicht den ganzen Laden kaufen‘ ‚Mal gucken, ob da noch Geld drauf ist‘ u.v.m.“ Ihrem Kommentar fügte die Nutzerin wenig später noch einen Hinweis hinzu, offenbar war ihr da noch ein besonders schlimmer Spruch eingefallen. „Noch was eingefallen, was richtig schlimm ist: Geld wird geprüft, Prüfgerät piepst, Schein muss noch mal durch. Kunde: ‚Hab ich heute Morgen selbst gedruckt.‘ HA HA HA du Witzbold!!!“

„Meine Hölle“: Kassiererin beschreibt ihr schlimmstes Kunden-Gespräch, das immer wieder zustande kommt

Eine weitere Kassenkraft meinte: „Go-Sprüche sind ‚schönen Tag noch‘ oder ‚schönen Feierabend‘ (wenn es kurz vor Ladenschluss ist).“ Und ergänzte: „Wenn man es hinbekommt, ohne creepy rüber zu kommen, dann gehen auch ernst gemeinte Komplimente (Frisur, Ohrringe etc.). Hebt ein bisschen die Entfremdung auf, der man an der Kasse ausgesetzt ist. Aber halt wirklich nur, wenn es nicht creepy rüberkommt (im Zweifel also den Mund halten).“ Negativ urteilte sie ebenfalls über vermeintlich witzige Sprüche der Kundinnen und Kunden: „Ansonsten sind fast alle anderen Sachen überflüssig, insbesondere ‚lustige‘ Sprüche. Egal wie sehr du denkst, dass du originell bist, wir kennen den Spruch schon.“ Als „meine Hölle“ bezeichnete sie folgenden: „‚Beleg?‘ - ‚Nein danke, bekomme das Geld eh nicht wieder rofl lol xd hahaha lachkick.‘“

Vielfache Belustigung löste der beschriebene, recht kurze Wortwechsel zwischen Kassenkraft und Kundschaft unmittelbar vor der Kartenzahlung aus: Der Kassierer macht das Kartenlesegerät fertig, sagt dann „Sie dürfen“. Darauf der Kunde: „Nein, ich muss leider.“ Geschmäcker sind eben verschieden, auch oder gerade beim Thema Humor.

Kassenkraft packt aus - Dieser Kunden-Spruch ist für sie die „Hölle“ (1)

Flaschen und Dosen richtig auf das Kassenband legen – viele machen es völlig falsch

Eine Kassenbandtechnik der Kundinnen und Kunden regt so manche Kassenkraft übrigens ganz besonders auf. „Flaschen/Dosen so auf‘s Band legen, dass sie hin und her rollen“, schreibt eine Nutzerin. Quer gelegt entwickeln diese nämlich ein Eigenleben und tanzen regelrecht auf dem Kassenband. Nur längs hingelegte Flaschen und Dosen bewegen sich planmäßig in Richtung Kasse. Trotz öffentlicher Appelle, die sich auch vielfach im Netz fanden, hat sich dieses Problem noch nicht zu allen rumgesprochen. Die Userin sagte weiter: „Finde es auch furchtbar, wenn die nach dem Scannen ins Rollen gebracht werden (die Ablage runter), leider machen das die meisten an der Kasse, und man braucht Meisterreflexe, um die Dosen zu stoppen, bevor sie durchgeschüttelt werden.“

Ob die wirklich alle Kassenkräfte auf lustige Sprüche immer Supermarkt am liebsten verzichten würden, wurde am Ende der Diskussion nicht gänzlich klar. Gegen nett auftretende Kundinnen und Kunden haben die Angestellten im Supermarkt aber sicher nichts einzuwenden. Derweil wurden kürzlichen die „besten Supermärkte Deutschlands“ von Experten verkündet. (lin)

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